Vom 07. bis 10 Juni verbrachte die 4a Klasse des BRG/BORG Wolfsberg ihre Abschlussfahrt in Wien. Dort konnten die Schüler viele neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln. Neben dem Kennenlernen der Bundeshauptstadt war auch das Erleben der Klassengemeinschaft Ziel  dieser Reise.

Einen  besonderen Schwerpunkt der Fahrt  bildeten historische Programmpunkte, wie eine alternative Führung durch die Altstadt, bei der abseits touristischer Pfade interessante Einblicke in die Geschichte und das Leben von Wien gegeben wurden, wobei natürlich auch die bekannten Denkmäler, wie der Stephansdom, nicht zu kurz kamen.

Ebenso wurde auf Spuren des jüdischen Lebens in Wien gewandelt. Vor dem Anschluss Österreichs an Hitlerdeutschland gab es in Wien ein reges jüdisches Leben, das die Stadt und ihre Kultur in vielen Bereichen mitgeprägt und bereichert hat. Mit dem Anschluss fand dieses ein jähes Ende. Im Rahmen einer interessanten Führung durch den 2. Bezirk, in dem einst viele Juden lebten, wurde uns das Schicksal der verfolgten jüdischen Mitbürger nähergebracht. Der „Weg der Erinnerung“, dem wir während dieses Programmpunktes folgten, will mahnende Erinnerung an die tausenden Wiener Opfer dieser Zeit sein. Sehr betroffen waren wir von den Erzählungen über die Einzelschicksale der Verfolgten, die öffentlichen Demütigungen, den Brand des jüdischen Heiligtums in der Tempelgasse oder die   Deportation in Arbeits- bzw. Vernichtungslager.

Ein Zeitzeugengespräch mit Univ. Prof. Drin. Katja Sturm-Schnabl machte uns deutlich, dass nicht nur Juden verfolgt wurden, sondern auch Minderheiten, wie zum Beispiel die Kärntner Slowenen, denen Frau Schnabel angehört. Deren unmenschliche Verschleppung begann 1942 als Reaktion Hitler-Deutschlands auf die von Slowenen unterstützte Partisanenbewegung. Sehr berührend vermittelte uns  die Zeitzeugin ihre damaligen Erlebnisse, Ängste und Empfindungen als Kind. Ihre persönlichen Erfahrungen und ihre spannende Erzählung ließen uns die Situation hautnah nachempfinden und regten uns zum kritischen Denken an.

Hotspots & Highlights für Jugendliche

Zu unseren persönlichen Highlights zählte vor allem der Besuch im „Wiener Wurstlprater“, bei dem wir am dritten Tag unserer Reise Unvergessliches Erlebten. Die „Wildalpenbahn“, der „Praterturm“, der eine unbeschreibliche Aussicht über ganz Wien bietet, und eine Erkundungsfahrt durch den Prater beeindruckten uns sehr. Viel Spaß hatten wir auch in der Geisterbahn und beim Go-Kart-Fahren. Bei einem köstlichen Abendessen im Traditionslokal „Praterschwemme“ konnten wir wieder Kraft tanken. Unser Schulwart Hans Stromberger hatte seine guten Kontakte spielen lassen und überraschte uns mit einer Einladung zum Eis-Essen sowie mit Freikarten für verschiedene Prater-Highlights.

Ein weiterer Hotspot war für uns der Besuch der Mariahilfer Straße, wo wir nach Herzenslust einkaufen konnten und die Großstadtatmosphäre genossen.

Besonders interessant war dann auch eine Führung im Parlament, bei der wir viel über die Spielregeln der Demokratie und die jüngere Geschichte Österreichs erfuhren. Großen Eindruck machte auf uns dabei der Plenarsitzungssaal, wo wir auf den Stühlen unserer Volksvertreter Platz nehmen und Parlamentsluft schnuppern durften. Der prächtig ausgestattete historische Sitzungssaal war ein weiterer Höhepunkt dieser Führung, in deren Rahmen wir auch viele historische Details erfuhren. Im Anschluss daran lernten wir im Rahmen einer Ringstraßen-Rally einige der bedeutendsten Bauten dieser repräsentativen Prachtstraße Wiens kennen.

Im technischen Museum konnten wir schließlich vielen Erfindungen und technischen Meisterleistungen nachspüren. Bei einer „Wissens-Rally“  waren dabei unsere technischen Kenntnisse gefragt, wobei wir besonders bei den Experimenten Spaß hatten.

Nicht fehlen durfte natürlich ein Besuch in Schönbrunn. In den prächtigen Gartenanlagen hatten wir die Aufgabe, in Gruppen Fotostorys zu erfinden, die dann am Abschlussabend den Mitschülern unter viel Lachen und Beifall vorgestellt wurden.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich über unsere Wienreise sagen, dass es sich sehr lohnt, die Metropole abseits der ausgetretenen Pfade zu erkunden, da Wien noch viel mehr als nur die altbekannten Touristenattraktionen zu bieten hat und mit seinem Charme jeden verzaubert. Durch unsere jugendgerechten und interessanten Führungen fühlten wir uns bald fast schon als Wiener und wollten die Stadt gar nicht mehr verlassen.

Wir möchten abschließend noch die Gelegenheit ergreifen, unseren Professoren, Elisabeth Dücker und Christian Smolle dafür zu danken, dass sie diese Abschlussfahrt mit uns so gut vorbereitet und uns Wien aus einer ganz neuen Perspektive näher gebracht haben. Sie waren einfühlsame und verständnisvolle Begleiter und wir sind froh, dass sie uns diesen Aufenthalt, der uns wohl noch lange in bester Erinnerung bleiben wird, ermöglicht haben.

4a Klasse